Meine 28 Quadratmeter: Wie ich aus einer Einzimmerwohnung ein gemütliches Zuhause machte
Als ich den Schlüssel für meine erste eigene Einzimmerwohnung in der Münchner Innenstadt in der Hand hielt, war ich überglücklich. Der Raum mit seinen knapp 28 Quadratmetern wirkte jedoch wie eine leere Schachtel. Das größte Problem war das Bett: ein riesiges 180×200 Zentimeter Monstrum, das den halben Raum einnahm. Meine Freundin lachte, als ich ihr sagte, ich wolle hier noch ein Sofa und einen Esstisch unterbringen. Sie hatte recht, aber ich gab nicht auf. Nach einigen Wochen des Messens und Planens fand ich die Lösung: ein Hochbett aus massiver Eiche, das ich selbst baute. Darunter passte genau mein Schreibtisch, und das Schlafzimmer war plötzlich doppelt nutzbar. Die Einzimmerwohnung einrichten war nun mein tägliches Abenteuer.
Das zweite große Hindernis war der Stauraum. Wo sollte ich die Winterjacken, die Bettwäsche und die vier Paar Stiefel verstauen? In einem normalen Kleiderschrank war das unmöglich. Ich entschied mich für ein Bett mit einem Stahlrahmen, das 40 Zentimeter hoch war, und bestellte flache Aufbewahrungsboxen aus Kunststoff. Darunter verschwanden Koffer und Weihnachtsdekoration. Für die Kleidung kaufte ich einen schmalen, aber hohen Schrank mit 210 Zentimetern Höhe und nutzte die oberen Fächer für Saisonartikel. Die Wände bekamen schwebende Regale aus Bambus, die bis zur Decke reichten. So gewann ich 30 Prozent mehr Stauraum, ohne dass es überladen wirkte. Die Einzimmerwohnung einrichten erforderte einfach kreative Lösungen.
Ein Gast auf der schmalen Couch zu beherbergen, war eine echte Herausforderung. Meine erste Lösung war eine aufblasbare Matratze, aber die war unbequem und nahm Platz weg. Dann entdeckte ich eine kompakte Kanapa z funkcja spania mit einem 140 Zentimeter breiten Bett. Der Clou war der Stelaz listwowy aus Buchenholz, der eine gleichmäßige Belüftung ermöglichte. Darauf legte ich einen 16 cm dicken Materac piankowy mit mittlerer Festigkeit. Wenn Besuch kam, klappte ich die Sitzfläche aus und hatte in Sekunden ein Gästebett. Die Tapicerka welurowa in einem warmen Olivton fühlte sich nicht nur luxuriös an, sondern war auch pflegeleicht. Der Mechanizm DL ließ sich mühelos bedienen, selbst nach einem Glas Wein am Abend.
Das größte Problem war die Essenssituation. In einer Einzimmerwohnung gibt es keinen separaten Essbereich. Ich kaufte einen runden Klapptisch mit 80 Zentimetern Durchmesser, der an der Wand hing. Zum Abendessen klappte ich ihn herunter, und zwei Holzhocker aus dem Flur dienten als Sitzgelegenheiten. Nach dem Essen verschwand alles wieder. Die Küche selbst war eine Zeile mit nur zwei Metern Länge. Ich installierte einen Magnetstreifen für Messer und hängte Töpfe an die Wand. So blieb die Arbeitsfläche frei. Für Gäste deckte ich den Tisch mit einer Stoffserviette und einer Kerze. Es war gemütlich, auch wenn die Ellenbogen manchmal anstießen. Die Einzimmerwohnung einrichten bedeutete auch, Kompromisse zu machen.
Die Beleuchtung in kleinen Räumen ist ein oft unterschätztes Thema. Ich hatte nur ein Fenster nach Norden, daher war das Tageslicht spärlich. Eine einzelne Deckenlampe reichte nicht. Ich installierte drei verschiedene Lichtquellen: eine warme Stehlampe neben dem Bett, eine Lichterkette mit 20 kleinen Birnen über dem Schreibtisch und eine dimmbare Pendelleuchte über dem Tisch. Das veränderte die Atmosphäre komplett. Abends schaltete ich nur die Stehlampe ein und las im sanften Licht. Morgens half die helle Schreibtischlampe beim Wachwerden. Die Wände strich ich in einem hellen Beige mit einem leichten Rosaston, der das Licht reflektierte. Der Raum wirkte dadurch größer und luftiger.
Die größte Überraschung war, wie viel Einfluss die Textilien hatten. Vorher hatte ich nur eine graue Bettwäsche. Nachdem ich einen dicken Wollteppich in Senfgelb, zwei Kissen mit Samtbezug und eine Tagesdecke aus grobem Leinen kaufte, fühlte sich die Wohnung wie ein Nest an. Der Teppich bedeckte den hässlichen Laminatboden und dämpfte den Schall. Jetzt hörte ich die Schritte von oben nicht mehr so laut. Die Vorhänge waren aus schwerem Samt in Dunkelblau, die morgens das Licht draußen hielten. Das Lożko z pojemnikiem na pościel war meine Rettung für Bettzeug und Handtücher. Alles fand seinen Platz.
Ein Tipp für alle, die eine kleine Wohnung haben: Nutzen Sie die Höhe. Ich montierte ein Regal über der Tür für Bücher und Krimskrams. An der Wand neben dem Bett hingen Haken für die und den Rucksack. Selbst die Rückseite der Wohnungstür bekam einen Organizer mit Taschen für Schlüssel, Post und Mülltüten. Das klingt verrückt, aber es sparte mir jeden Tag fünf Minuten Suchen. Die Wersalka, die ich für 150 Euro auf einem Flohmarkt fand, wurde nach einer Politur zur Sitzbank am Fenster. Darunter verstaute ich die Gästebettwäsche. Jeder Quadratzentimeter zählte.
Nach einem Jahr in dieser Wohnung habe ich gelernt, dass weniger wirklich mehr ist. Ich besitze nur 50 Kleidungsstücke, drei Paar Schuhe und zwei Handtücher. Alles andere wäre Ballast. Die Einzimmerwohnung einrichten war eine Schule der Reduktion. Jetzt liebe ich es, morgens mit dem Blick auf die aufgehende Sonne zu frühstücken, während die Katze auf dem Teppich döst. Die Wohnung fühlt sich nicht beengt an, sondern wie eine Höhle der Geborgenheit. Wenn Freunde kommen, lachen sie über meine pfiffigen Lösungen. Ich sage dann: Probier es selbst aus. Es lohnt sich.